Beiträge von Smaug

    Da kann ich Mauermeise nur zustimmen:


    Man kann eine Königin nicht beliebig oft gründen lassen. Bei Arten, die claustral gründen, braucht die Königin in der Gründungsphase ihre Flugmuskulatur auf. Sie benötigt diese Reserven

    • um Eier zu legen,
    • um Futtersekrete für die Larven herzustellen und
    • um sich selbst zu ernähren.


    Wenn die Flugmuskulatur aufgebraucht ist, benötigt sie Futtersekrete von Arbeiterinnen, die dann ja eigentlich vorhanden sein müssten. Ohne diese Sekrete ist die Königin rettungslos verloren!

    Vielen Dank für deinen informativen Beitrag, Antguy. Ich bin auch der Meinung, dass man vorsichtig sein sollte, die Ergebnisse auf andere Arten, Gattungen oder gar Unterfamilien zu übertragen. So gibt es z. B. Arten, bei denen die Arbeiterinnen nicht über einen sozialen Magen verfügen oder die Männchen flügellos sind - woran man sieht, das nicht alle Ameisen gleich sind. Gerade in meiner Anfangszeit musste ich doch sehr aufpassen, dass jede Art für sich zu betrachten ist und man sich vor Verallgemeinerungen hüten sollte.


    Ich habe mein Posting auf eine Aussage von Prof. Buschinger in dem von dir erwähnten Ameisenforum gestützt, welche ich gern zitieren möchte:


    Zitat

    Original von A. Buschinger
    ... Pygmäen oder Zwergarbeiterinnen entstehen bei Arten mit klaustraler Koloniegründung (also ohne Futterzufluss in geschlossener Gründungskammer) aus den ersten Eiern der jungen Königin. Ursache ist allerdings nicht die schlechte Futterversorgung der Larven. Das hat man bei Lasius niger experimentell untersucht: Gibt man die ersten Eier einer Gründungskönigin in ein kleines Volk, das bereits normal große Arbeiterinnen produziert, so entstehen nach entsprechender Zeit doch Pygmäen aus diesen Eiern. Es ist also schon im Ei festgelegt, dass sich daraus nur Pygmäen entwickeln können. Mit einer Aphaenogaster subterranea-Königin habe ich das im letzten Sommer anders probiert, gab ihr zu den ersten kleinen Larven ein paar Puppen aus einem anderen Nest. Trotz der nach dem Schlupf der Puppen besseren Nahrungsversorgung schlüpften weiterhin erst mal nur Pygmäen aus der Brut der Königin! ...

    Entscheidend für die Aufzucht von Pygmäen ist eine claustrale Koloniegründung - also die Gründung in einer abgeschlossenen Kammer ohne zusätzliche Nahrungsaufnahme. Da es auch polygyne Arten wie z. B. Formica fusca und Messor structor gibt, die meines Wissens claustral gründen, müsste man auch dort Zwergarbeiterinnen in der Gründungsphase finden können. Weil ich aber bisher nicht das Vergnügen hatte, eine der beiden Arten bei der Koloniegründung beobachten zu können, kann ich dies nur vermuten.


    Es gibt wissenschaftliche Studien über Pygmäen bei Lasius niger, bei denen man herausgefunden hat, dass es im Ei bereits festgelegt ist, ob daraus eine Zwergarbeiterin schlüpft oder nicht. Wenn man das auf andere Arten übertragen kann, würde das bedeuten, dass aufgenommene Jungköniginnen in der ersten Zeit zwangsläufig Eier legen, aus denen Pygmäen schlüpfen.

    Die richtige Schreibweise der wissenschaftlichen Namen von Ameisen ist folgendermaßen richtig:


    Der Gattungsname (z. B. Lasius) muss groß und der Artname (z. B. niger) klein geschrieben werden! Alles andere ist schlichtweg falsch!


    Mir sträuben sich jedenfalls die Haare, wenn ich ins Forum schaue und mir die Thread-Überschriften mit Fehlern solcher Art entgegenspringen. Außerdem wirft das auch kein gutes Licht auf das Forum!

    In deinem Haltungsbericht hast du geschrieben, dass du die Königin am 23.3. erhalten hast und am 24.3. (einen Tag später!) hast du einen Thread eröffnet, in dem du nun wirklich Fragen stellst, die nicht unbedingt einen guten Informationsstand vermuten lassen.


    Was das Licht anbelangt, kann ich nur sagen, dass sich nicht alle Ameisen an das Licht gewöhnen. Man muss halt zwischen den einzelnen Arten unterscheiden! Messor barbarus ist nun mal sehr lichtempfindlich und dies besonders während der Gründungsphase. Ob deine Abdeckung wirklich ausreicht, wird sich erst in der nächsten Zeit zeigen. Ich bezweifel das allerdings. Sollte ich Unrecht haben, umso besser für dich! Nichts für ungut!

    @ Shanks:


    Erst erstellst du einen Thread, um dich zu erkundigen, wie du eine bereits erworbene Messor-barbarus-Königin richtig halten kannst, um ihr eine erfolgreiche Gründung ermöglichen zu können. Schon schlimm genug, dass du das nicht schon vorher getan hast. Aber dass du dann noch die Ratschläge ignorierst und der Meinung bist, dass man die Königin an Licht gewöhnen kann, ist schon ein dicker Hund.


    Bin mal gespannt, ob du dich auch noch zu Wort meldest, wenn alles schiefgegangen ist.

    Noch einmal zum Thema Stress: Stress ist alles, was die Ameisen stört und vor allem, wenn die Haltungsbedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit, Futter, Zwangsumzüge, Winterruhe etc.) nicht stimmen.

    Stress ist ein sehr wichtiger Faktor: Messor barbarus reagiert extrem empfindlich. Einmal zuviel gestört (auch wenn man nur nachschaut) und schon beginnt die Königin, die Brut aufzufressen. Auch kann zuviel Stress den Tod der Königin bedeuten. Man braucht nur einmal im alten Ameisenforum zu suchen, um zu sehen, wie schwierig die Haltung sein kann.


    Auch mit der Feuchtigkeit ist das so eine Sache: Man muss immer in der Lage sein, die Feuchtigkeit schnell zu regulieren.


    Aber leider ist es oft so, dass viele Messor-Halter nicht berichten, wenn etwas schief gegangen ist oder man hört ganz einfach nichts mehr von ihnen.

    Genau so ist es - wenn man sich Ameisen bei einem Shop bestellt, ist oft die Art nicht richtig bestimmt. Besonders bei Exoten ist das natürlich mehr als bedenklich. Allerdings habe ich nicht vor, die Diskussion über Exotenhaltung neu in Gang zu bringen. Lediglich ein Hinweis auf den Infektionsthread sei mir gestattet.

    Leider ist eine Bestimmung von Ameisen auf Fotos im Forum in der Regel sehr schwierig, weil das grobe Aussehen der Tiere für eine genaue Bestimmung oft nicht ausreicht, weil viele Arten gleich aussehen und sich auch in der Größe nicht unterscheiden. Allein schon die Anzahl von winzigen Haaren kann für die richtige Zuordnung entscheidend sein. Leider ist das auf einem Foto (selbst wenn es gestochen scharf ist) nicht zu sehen. Allenfalls eine exakte Bestimmung der Gattung ist möglich - es sei denn, das Foto wurde mit Hilfe eines Binokulars aufgenommen. Aber selbst dann muss man über ein fundiertes Wissen verfügen und benötigt gute Bestimmungsbücher um zu vergleichen. Vier Jahre Haltung anderer Insekten werden da kaum hilfreich sein.

    Nimm es mir nicht übel, aber auch das bezweifel ich.


    Hier ein Beispiel - nicht jede gelbe Lasius-Art ist auch L. flavus! Auch wenn es auf den ersten Blick so scheinen mag.


    Auch erfahrene Ameisenhalter können sich da irren!

    Mir gefällt die Idee gar nicht! Nichts gegen dich persönlich! Schließlich kenne ich dich nicht. Aber aufgrund deiner Postings gehe ich eher davon aus, dass du ein blutiger Anfänger bist und deshalb bezweifel ich, ob du überhaupt in der Lage bist, Ameisenarten richtig zu bestimmen.


    Ich bitte, das Geschriebene nicht persönlich zu nehmen! Aber du hast um Meinungen gebeten und ich habe meine nur geäußert. Nichts für ungut!

    Hallo Mars,


    hat du dir die toten Arbeiterinnen mal etwas genauer angesehen? Sehen sie vielleicht wie mit einem weißen Pulver bestäubt aus?


    Denn ich kann mich gut erinnern, das im alten Ameisenforum (jetzt dasameisenforum.info) ein ähnlicher Thread über das Sterben von P. p. existiert; die Ursache des Massensterbens war eine Pilzkrankheit, bei der auch zuletzt die Königin starb.


    Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute!

    Hallo Meeki,


    dass deine Königin gestorben ist, tut mir leid. Aber so etwas passiert öfter als man denkt, nur schreiben die meisten nicht darüber.


    Adoptionen von Puppen innerhalb einer Art laufen in der Regel ohne große Probleme ab. Ja, sogar innerhalb einer Gattung (also Lasius-flavus-Puppen zu L. niger und umgekehrt!). Aber Messor-Puppen zu einer Lasius-Art geben zu wollen, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt.

    Ich befürchte fast, dass es keine Ameisenart gibt, die sich von Kot ernährt. Wie sollten Ameisen durch eine solche Ernährung ihren Eiweißbedarf decken können?


    Ich habe versucht, Informationen über die Zusammensetzung von Schlangenkot oder kotfressende Ameisen zu ergoogeln - aber wie erwartet, kamen dabei keine Ergebnisse heraus, die nur annähernd zufriedenstellend waren.


    Und was das Zusammenhalten von Schlangen und Ameisen betrifft, kann ich mich Sahal nur anschließen.

    Hallo sonne3001,


    leider haben wir im Moment keine "Puppenzeit", weder bei Haltern noch in der Natur. Wir haben Anfang März und viele Camponotus-Kolonien befinden sich noch in der Winterruhe. Von der Brut überwintern nur die Larven und man muss warten, bis sich diese Larven nach der Überwinterung verpuppen.


    Aber das sollte dich nicht zu traurig stimmen, denn du hast ja selbst Brut und warum sollten sich deine Larven nicht verpuppen. Vielleicht ist in einigen Wochen das Pushen nicht mehr notwendig, weil sich doch alles zum Besten entwickelt hat. Andererseits wird es dann auch keine großen Probleme geben, sich andere Camponotus-Puppen zu beschaffen.