Beiträge von Kryolan

    Hallo ice_trey,


    ja, vielen Dank für die ausführliche Antwort und deine Einblicke. Das zeigt mir noch einige Punkte auf an die ich noch gar nicht gedacht habe.


    Vermutlich werde ich mein Vorhaben weiter vor mir herschieben. Einerseits weil ich doch auch an meiner Kolonie hänge. Es ist meine erste (und bisher auch einzige), selbstgefangene Königin. Und auch der erste wirklich gelungene Gründungsversuch bei mir.

    Auf der anderen Seite möchte ich auch nicht, dass andere Arten unter der Aussetzung leiden. Eine verzwickte Lage.


    Aktuell habe ich aber auf Grund meiner Lebenssituation schon die Möglichkeit die große Kolonie weiter zu halten und es geht ihnen sicherlich auch in Rahmen dieser "Gefangenschaft" ganz gut. Leider habe ich aber das Interesse fast komplett verloren und so ist es halt wirklich fast nur noch Haltung und kein großes Beobachten mehr. Dies ist der Punkt, welcher mich am Meisten stört.


    Seit 3 Jahren habe ich im Sommer auch Geschlechtstiere in der Kolonie, leider klappt es aber nicht diese ausfliegen zu lassen. Irgendwie verpasse ich den richtigen Zeitpunkt oder es stört sie etwas vor dem Abflug. Es sind dann halt leider "verlorene" Ameisen. Auch wenn die Chancen würden sie abfliegen auch nur sehr, sehr gering wären.


    Aber durch die Haltung und Entwicklung dieser Kolonie habe ich nun wirklich viel dazu gelernt und bin auch um einiges entspannter in der Haltung geworden. Was habe ich mir früher immer für Gedanken gemacht über Futter, Nest oder Aktivität der Kolonie.

    Hallo,


    ich wollte einmal kurz nachfragen wie eure Meinungen bzw. Erfahrungen zu dem Thema Aussetzen von Kolonien sind?


    Das es sich dabei um heimische Ameisen handeln muss, die am besten in der Gegend freigelassen werden aus der sie auch entnommen wurden, gilt hier als Grundlage.


    Für mich am interessantesten wären Erfahrungen mit großen Kolonien 1000+.

    Ich glaube ja, das es so oder so ein Problem darstellt solch eine große Kolonie auszusetzen. Dies wäre doch ein großer Eingriff in die nähere Umgebung und betrifft viele andere Arten nicht nur andere Völker. Dies hält mich persönlich davon ab. Auch wenn ich eigentlich glaube, dass ältere Kolonien in der Natur wesentlich größer und auch verteidigungfähiger wären als meine Lasius niger aus der Wohnungshaltung.


    Habt ihr schon einmal größere Kolonien freigelassen?

    Hallo Sarco,


    ähnliches kann ich auch von meinen Lasius niger berichten. Diese Kolonie ist jetzt bereits 6-7 Jahre alt und obwohl es bereits tausende Arbeiterinnen gibt und mehrere Becken angeschlossen sind, bewohnen sie immernoch Reagenzgläser und Schläuche. Alle Optionen die ich angeboten habe werden als Nest ignoriert. Die Königin lebt immer noch in ihrem Gründungsreagenzglas.


    An sich suchen sich die Ameisen immer den für sie am günstigsten Platz zum leben und solang sie sich wirklich nicht ungewöhlich oder hektisch verhalten kann man dies ruhig einfach hinnehmen.

    Hallo,


    ich würde gerne meine Lasius niger Kolonie abgeben. Bitte nur an Selbstabholer (kein Versand), gern erfahrene Halter und gern inklusive Becken und Zubehör.

    Grundsätzlich kostenfrei. Bei der Abnahme von mehreren Becken wäre aber eine kleine Zahlung wünschenswert.


    Die Kolonie ist derzeit noch in Winterruhe. Die Königin habe ich vor vor ca. 6 Jahren hier bei mir im Hinterhof gefunden. Die Kolonie besteht aus vielleicht 2.000/3.000 Arbeiterinnen. Schwer zu schätzen. Sie leben ausserhalb der Winterruhe in derzeit 7 Becken.


    Ältere Bilder gibt es hier: RE: Beobachtungen und Erfahrungen


    Sie brauchen schon viel Platz und entwickeln sich die ganzen letzten Jahre über immer weiter. Neuere Bilder kann ich bei Anfragen gern machen. Ansonsten bin ich für alle Fragen offen.


    Da die Wahrscheinlichkeit solch eine große Kolonie weiterzugeben vermutlich recht gering ist, würde ich sie sonst weiter bei mir halten. Mein Interesse allgemein an Ameisen ist leider nicht mehr so groß wie in den letzten Jahren und den Platz könnte ich auch anders verwenden :grinning_squinting_face:

    Hallo ice_trey,


    vielen Dank für die ausführliche Antwort. Dann werde ich das Formicarium mal so vorbereiten und schauen was in nächster Zeit passiert. Als Kletterhilfe habe ich Sushistäbchen aus Holz geplant. Die kann ich in den Bodengrund stecken und an Holz habe ich gemerkt können auch die Männchen gut klettern.

    Hey, meine Lasius niger Kolonie hat in diesem Jahr zum ersten Mal Geschlechtstiere aufgezogen. Jetzt würde ich diese gern absammeln und in ein seperates Formicarium mit offenen Deckel am Fenster oder auf den Balkon stellen. Möglicherweise fliegen diese ja dann auch ab. Können sich die Geschlechtstiere denn allein in diesem Formicarium einige Tage oder gar Wochen versorgen wenn ich ihnen Wasser und Kohlenhydrate anbiete? Oder verdursten diese dann?


    Habt ihr solche Versuche mal unternommen?


    Wichtig: Die Königin stammt hier aus meinem Hinterhof. Nur deshalb erlaube ich mir diese Option.

    Die Tränke mit Gaze und Steinen finde ich ziemlich gut. Reagenzgläser habe ich auch immer wieder als Wassertank, aber meine Lasius im speziellen neigen sehr dazu dort einzuziehen und auch wenn der Tank leer ist wird die Watte zerkleinert und weiter darin "gewohnt".


    Dazu sei gesagt, dass meine Kolonie ausser Reagenzgläsern und den Verbindungsschläuchen eigentlich keine Nestform richtig angenommen hat.

    Hey fink2,


    dein Link vom Lasius Haltungsbericht funktioniert nicht richtig.


    Wollte mal fragen ob du in deiner Tränke irgendwelchen Schutz vorm ertrinken in Form von Watte oder dieser Stahlwolle hast? Meine Lasius legen alle Tränken trocken und ziehen dann da gern mal ein mit einem Teil Puppen oder Larven. Watte beissen sie grundsätzlich immer mit der Zeit weg. Und Edelstahlwolle führt eher dazu, dass sie sich durchquetschen und nicht mehr zurückkommen und ertrinken.

    Die Königin habe ich vom Schwarmflug 2018, ist also schon ihr viertes Jahr bei mir. Aktuell bewohnt die Kolonie schon 6 Formicarien. Ich glaube es ist einfach die große Anzahl an Ameisen die dafür sorgt, dass das Parafin nicht lang hält. Einige Arbeiterinnen sind halt immer an den Scheiben. Dank der Deckel kommen sie aber nicht raus. Beim füttern dann mal 3 oder 4 aber die setze ich wieder rein.


    Mir ist auch aufgefallen, dass die Ameisen, welche gerade schon aus dem Becken rausgelangt sind beim Füttern, ganz schnell wieder die Scheibe hochlaufen und wieder an der gleichen Stelle raus wollen.

    Hallo,


    danke für die vielen Antworten. Also laut Shop handelt es sich wirklich um Edelstahlgitter. Es geht um die Stopfen seitlich an den Becken wo man sonst auch die Beckenverbinder anbringt. Die Ameisen bearbeiten hauptsächlich die Gitter an den Seitenstopfen.


    Inzwischen haben alle meine Formicarien Deckel mit Gitter, weil sie den Ausbruchschutz mit Parafin in kurzer Zeit überwinden können. Sie laufen einfach immer wieder drüber bis sie durchkommen. Aber am Gitter von dem Deckel beissen sie bisher nicht merklich herum.


    Ich war total überrascht, dass man dieses Beissen sogar hören kann.


    Ich glaube der Luftzug durch das Gitter zieht sie an. Das merke ich auch schnell wenn ich mal einen Deckel abnehme um zu füttern. Innerhalb von Sekunden versuchen mehr und mehr von den Arbeiterinnen nach oben und draußen zu kommen. Sie "wissen" scheinbar inzwischen, dass es dort nach draußen geht.

    Hallo,


    ich habe selbst auch seit einigen Jahren eine Lasius niger Kolonie. Inzwischen mehrere tausend Ameisen. Selbst meine Königin und ein Teil der Kolonie lebt noch in Reagenzgläsern. Sie haben nie wirklich etwas anderes angenommen, aber entwickeln sich trotzdem hervorragend.


    Ich habe immer mal wieder andere Nester angeboten, welche nur teilweise genutzt werden. Immer wieder habe ich auch neue Reagenzgläser angeboten wenn die alten zu verdreckt oder total ohne Wasser waren. Mit dem Ergebnis, dass die Ameisen nur immer mehr Reagenzgläser gleichzeitig bewohnen. Egal ob trocken oder nicht.


    Neben den Reagenzgläsern leben sehr viele in den Verbindungsschläuchen zwischen den Formicarien. Dort werden auch viele oder alle der Puppen gelagert.


    Inzwischen biete ich keine neuen Nester mehr an. Habe Ytong, Erdnest, Korknest, Plastiknester alles angeboten auch mehrmals. Keines hat sie überzeugt die Reagenzgläser zu verlassen.

    Ok, ich habe selbst keine Kamera mehr, deshalb nur Amateurbilder, aber für den Überblick reicht das denke ich. Auf dem Bild mit dem Schlauch habe ich umkreist wo die Larvenberge sind. Eventuell kann man sie so zumindest erahnen. Das Becken mit dem Erdnest ist ansonsten durch ein großes Bild abgedunkelt, welches ich vor das Regal stelle.


    Bei der Gelegenheit habe ich auch die erste Schokoschabe für dieses Jahr hineingelegt. Das diese auf einem Küchenpapier liegt ist gerade eine Ausnahme.


    Bei dem Bild in dem ein kleines Becken 10x20 in einem großem 20x30 steht, das ist sozusagen das Gründungsbecken. Darin liegt sogar noch das Gründungsreagenzglas. Schimmel ist keiner sichtbar in den alten Reagenzgläsern. Wenn die Wassertanks leer sind, dann "graben" sich die Lasius immer durch die Watte und verwenden diese für Umbaumaßnahmen.

    Hallo ice_trey,


    die Lasius niger sind über dem Winter in einem eigenen Kühlschrank gewesen, mit zwei Becken (20x20 Erdnestbecken und 30x20 "Gründerbecken") in denen sich die Kolonie aufhielt, verbunden durch einen Schlauch. Wasser habe ich regelmässig 1-2 Mal die Woche aufgefüllt um sicher zu gehen, dass die Ameisen genug Wasser haben. Ein großer Teil der Kolonie überwinterte im Schlauch.


    Mit hunderten Toten mein ich aber eher etwas zwischen 100-200, vielleicht mehr, soweit ich das überblicke, also nicht ganz extreme Zahlen.


    Die Größe der Kolonie kann ich nur überschlagen. Über 1000 auf jeden Fall vor der Winterruhe. Einblick in das Erdnest habe ich nur begrenzt, sie halten sich aber sowieso mehr in Reagenzgläsern und den Verbindungsschläuchen auf. Zählen kann man da aber nicht, da man nur eine schwarze Masse sieht. Den Teil der Larven der den Winter mit überstanden hat und den ich sehen kann sind grob überschlagen sicherlich 300-400 Stück. Deshalb machen mir die Toten auch nicht viele Sorgen. Einzig wüsste ich gern ob die Königin überlebt hat, aber das wird wohl reines Glücksspiel sein diese mal zufällig zu entdecken.


    Jegliche Versuche Ihnen andere Nester anzubieten, sei es Porenbeton, Kork, dieses DigFix vom Antstore oder simples Plastik wurde weitesgehend ignoriert oder als Müllplatz genutz. Das Erdnest nehmen sie halbwegs an, am liebsten aber weiterhin Reagenzgläser auch wenn die bereits ohne Wassertank sind.


    Aktuell bewohnen sie nun bereits fünf Becken bei mir. Zwei davon halt als mehr oder weniger als Nest benutzt.

    Hallo,


    noch einmal möchte ich eine Beobachtung, welche zumindest für mich neu ist, hier teilen.


    Im letzten Jahr ist meine Lasius niger Kolonie wahnsinnig angewachsen und zum ersten Mal habe ich eine wirklich große Kolonie überwintert. Dabei ist mir nun am Ende aufgefallen, dass überall am Boden hunderte tote Arbeiterinnen verstreut liegen. Von der Anzahl her denke ich ist das der recht normale Verlust der großen Kolonie über die Winterzeit gesehen.

    Was ich zunächst nur dachte und nun scheinbar bestätigt bekam ist, dass im Winter die Toten kaum bis gar nicht verräumt werden. Jetzt nach einem Tag bei wärmeren Temperaturen haben die Arbeiterinnen alle Toten zusammen auf kleinere Haufen verteilt und sogar damit begonnen Schmutzecken im Verbindungsschlauch aufzuräumen.


    Toll wie die Kolonie wieder erwacht und sich selbst organisiert.

    Hallo,


    ich habe nun schon die zweite Winterruhe beobachtet wie meine Camponotus herculeanus Königin bei den niedrigen Temperaturen sich auf den Rücken legt. Dachte letztes Jahr schon sie wäre verstorben und hatte die Winterruhe deshalb schon im Februar beendet. Mit dem Ergebnis, dass die Königin doch noch lebte. Dieses Jahr wieder das gleiche, sie liegt auf dem Rücken. Dachte wieder sie könnte tot sein, aber aus dem letzten Winter gelernt, habe ich das Nest diesmal nur 2 Tage lang in den wärmeren Keller gebracht und dann stand sie auch wieder auf ihren Beinen. Scheint für sie gemütlicher zu sein so zu liegen.

    Hallo,


    bitte entschuldigt die späte Rückantwort, aber gesundheitlich läuft dieses Jahr bei mir absolut bescheiden.

    Hier habe ich mal drei Bilder zu der Anlage mit den Lasius niger.



    Das ist die gesamte Anlage. Vier Becken. Unten das Erdnest und das hintere linke Becken ist das ursprüngliche Nestbecken. Die anderen Beiden sind eigentlich nur Arenen.



    Hier das Erdnest. Ich weiss zu grober Ölfilm. Werde ich gleich noch etwas säubern. Ansich öffne ich dieses Becken aber kaum. Inzwischen sind hier auch keine Arbeiterinnen mehr mit Ausbruchversuchen beschäftigt. Das war scheinbar nur die ersten Tage so.


    Links im Schlauch sieht man viele Arbeiterinnen sitzen. Der Schlauch geht innen, unten durch das Becken durch und wird dort wahrscheinlich genauso voll besetzt sein, denke ich. In der Mitte im Becken geht dann von diesem Schlauch ein Abzweig nach oben ab durch den die Ameisen in das Becken gelangen.


    Hier das ursprüngliche Nestbecken. Das untere weiße Nest wird nur als Müllplatz verwendet und wurde noch nie bewohnt. Darauf ist ein kleines Becken, dies war mein Anfangsbecken. Dort sind vier Reagenzgläser, seit langem bereits ohne Wassertank, plaziert. Eines davon war das Gründungsnest. Bis vor einigen Wochen war dies nun zwei Jahre lang das Zuhause der Königin. Nun sitzen dort nur noch einige hundert Arbeiterinnen.


    Die Brut wurde komplett in das Erdnest gebracht. Da die Königin nicht mehr zu finden ist, denke ich, dass diese nun auch im Erdnest sitzt.


    Soweit der kleine Einblick. Deckel sind alle dicht. Ausbrüche gibt es keine, ausser manchmal beim Füttern.


    Wenn ihr Fragen habt, dann sehr gern :smiling_face:


    Danke nochmals für eure Hilfe.